Ich lese, solange ich denken kann. Es ist mir Zeitvertreib, Träumen, Erleben und Entspannen. Schon als Kind konnte ich problemlos einen ganzen Sonntag mit einem Buch verbringen. Lesen ist fester Bestandteil meines Lebens.

Als mein kleiner Sohn geboren wurde, war mein Alltag und mein Leben plötzlich ganz schön auf den Kopf gestellt. Es gab erst wenig Zeit zum Lesen. Doch schnell nutzte ich unsere gemeinsame Stillzeit zum Lesen. Es kann sein, dass mein Sohn da auch schon seine Liebe zu Büchern entdeckte, weil er mich so oft mit einem Buch in der Hand sah.

Und… Von klein an las ich ihm vor. Wir kuschelten, schauten gemeinsam Bilderbücher an und lasen. Als er etwas älter war, nahm er sich immer mal wieder ganz alleine ein Buch aus seinem Regal, saß einfach da, schaute sich die Bilder an und brabbelte vor sich hin. Mein Herz ging auf 🙂.

Schnell wurde es unser Einschlafritual, dass wir abends gemeinsam in seinem Bett kuschelten und lasen. Die ersten Jahre habe ich ihm natürlich immer vorgelesen. Dann kam er irgendwann in die Schule und binnen weniger Wochen veränderte sich seine Welt. Wie erstaunt er auf einmal durch die Welt ging. Morgens am Frühstückstisch packte er sich die Milch- oder die Müslipackung und begann Wörter zu entziffern. Ja, er begann zu lesen! Auch wandelte er plötzlich ganz anders durch die ganze Welt. In der Stadt tat sich ihm eine völlig neue Welt auf. Er las die Namen von Geschäften, Werbetafeln usw. Er schien völlig berauscht und beglückt und konnte es kaum fassen, dass die Welt so viel größer war und er auf einmal so viel mehr verstand. Das machte mich unheimlich glücklich.

Von da an änderte sich unser Abendritual. Nicht nur ich las ihm fortan vor, sondern er auch mir. So haben wir bald abwechselnd immer eine Seite gelesen. Mittlerweile ist er ein junger Teenager, 13 Jahre alt. Und doch besteht er noch immer auf unserem Einschlafritual. Jeden Abend (jetzt natürlich etwas später 😉) ruft er mich und wir kuscheln uns in sein Bett und lesen gemeinsam.

So begleiten ihn Bücher auch heute. Natürlich haben sich die Bücher total gewandelt. Waren es früher Bücher über Baustellenfahrzeuge, Bagger oder die Polizei, so liest er heute Abenteuergeschichten, Krimis und andere spannende Jugendbücher.

Es macht mich glücklich und stolz, dass ich ihm das mitgegeben habe. Es die Welt doch so viel größer, so viel reicher, so viel schöner. Und immer wieder kann man in andere Welten abtauchen, dem Alltag entfliehen und seiner Fantasie in den Büchern freien Lauf lassen.

Auch in seinem Leben zahlt sich das kontinuierliche Lesen aus. Mein Sohn ist wirklich gut in Rechtschreibung und Kommasetzung. Darauf bin ich besonders stolz! Ich denke, dass das viele gemeinsame Lesen Grundlage hierfür ist. Denn er hat schon immer Texte und Wörter vor sich gesehen und weiß so, wie sie geschrieben werden.

Ich kann nur sagen: Lest mit euren Kindern! Lest für euch! Lest in der Familie! Lesen ist einfach toll und es bereichert das Leben. Und zuletzt öffnet es den Horizont für so vieles.

Eure “kleine Hexe”

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